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Grundsteuer

Ackerlandpreise bleiben regional weit auseinander

10.09.2026 · 2 Min. Lesezeit · Für: Land- und Forstwirte

Das Wichtigste in Kürze

Die Kaufwerte für Ackerland bleiben regional sehr unterschiedlich. 2025 kostete ein Hektar in Bayern durchschnittlich 93.720 EUR, in Nordrhein-Westfalen 91.496 EUR. Brandenburg und Thüringen lagen jeweils bei rund 15.000 EUR. Bundesweite Durchschnittswerte erlauben jedoch keine Aussage über einzelne Flächen. Für ihren Wert zählen vor allem Lage, Bodenqualität, Flächengröße, örtliche Nachfrage und die konkrete Nutzungsperspektive.

Ackerland kostete 2025 in Bayern durchschnittlich 93.720 Euro je Hektar, in Nordrhein-Westfalen 91.496 Euro. In Brandenburg lagen die Werte mit 14.809 Euro und in Thüringen mit 14.984 Euro je Hektar deutlich niedriger. Solche Unterschiede erklären sich vor allem durch Lage, Bodenqualität, Flächengröße, arrondierte Schläge und den Wettbewerb um Nutzflächen. Ein bundesweiter Durchschnitt sagt über den Wert einer einzelnen Fläche daher wenig aus. (Destatis)

Durchschnittswerte sind kein Preistrend

Bundesweit sanken die Kaufwerte für Ackerland 2025 um 1,6 Prozent. In Bayern lag der Durchschnitt 0,7 Prozent unter dem Vorjahr, in Nordrhein-Westfalen 6,4 Prozent. Daraus folgt nicht automatisch ein allgemeiner Preisrückgang vor Ort.

Die Kaufwertstatistik erfasst abgeschlossene Verträge und bildet keinen Preisindex. Ändert sich die Zusammensetzung der verkauften Flächen, verschiebt sich auch der Durchschnittswert. Das gilt besonders in Ländern mit wenigen Verkäufen. Durchschnittswerte eignen sich deshalb nur als erste Orientierung für Kaufentscheidungen, Pachtverhandlungen und betriebliche Bewertungen.

Ackerland ist nicht gleich landwirtschaftliches Grundstück

Für Nordrhein-Westfalen weist die Landesstatistik für landwirtschaftliche Grundstücke insgesamt einen Durchschnitt von 80.732 Euro je Hektar aus. Dieser Wert ist nicht unmittelbar mit dem Ackerlandwert von 91.496 Euro vergleichbar, weil die weiter gefasste Statistik auch Grünland umfassen kann. Bei Bodenpreisangaben kommt es daher immer auf die Flächenabgrenzung an.

Auch Grünland folgt regional eigenen Marktregeln. In Brandenburg kostete Grünland mit durchschnittlich 15.514 Euro je Hektar sogar mehr als Ackerland. Begrenzte Flächenangebote, Viehhaltung, Futterbedarf oder einzelne Verkaufsfälle können solche Werte beeinflussen.

Kaufpreis, Bodenrichtwert und Grundsteuer getrennt prüfen

Kaufpreise sind nicht mit Bodenrichtwerten oder Grundsteuerwerten gleichzusetzen. Der Bundesfinanzhof hat klargestellt: Für den Entwicklungszustand „Land- und Forstwirtschaft“ ist entscheidend, ob eine Fläche land- oder forstwirtschaftlich nutzbar ist. Ihre tatsächliche Nutzung ist nicht maßgeblich. Der Beschluss betrifft nicht die Kaufwertstatistik, kann aber bei der Prüfung von Bodenrichtwerten und Grundsteuerwerten wichtig sein. (BFH, Beschluss vom 20. Januar 2026, II B 50/25)

Für den tatsächlichen Wert einer Fläche zählen vor allem lokale Nachfrage, Bonität, Flächenstruktur, bestehende Pachtverhältnisse und realistische Nutzungsperspektiven.

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