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Arbeits- und Sozialversicherungsrecht

Hitzesommer: Unternehmen müssen Ausfälle und Arbeitsschutz planen

17.09.2026 · 3 Min. Lesezeit · Für: Alle Steuerzahler

Das Wichtigste in Kürze

Hitze verursacht Unternehmen Kosten durch Arbeitsausfälle, Produktivitätsverluste, Lieferprobleme und Belastungen der Infrastruktur. Besonders gefährdet sind Arbeiten im Freien, körperlich anstrengende Tätigkeiten sowie Logistik und Produktion. Arbeitgeber müssen bei hohen Raumtemperaturen Gefährdungen beurteilen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Arbeitszeiten, Pausen, Sonnenschutz, Kühlung sowie Alternativen für Logistik und Beschaffung sollten frühzeitig geplant werden.

Der Hitzesommer belastet Unternehmen nicht nur durch hohe Temperaturen am Arbeitsplatz. Hitze stört Lieferketten, belastet Infrastruktur und erhöht Krankheits- sowie Ausfallrisiken. Greenpeace beziffert die bisherigen und erwarteten gesamtwirtschaftlichen Schäden auf 36 bis 42 Milliarden Euro. Die Analyse ist keine amtliche Endabrechnung, sondern eine Modellrechnung mit Annahmen und Vergleichswerten aus früheren Dürreperioden. Sie beschreibt deshalb eine Größenordnung, keine abschließend festgestellten Schäden des Jahres 2026. (Greenpeace)

Die größten Kosten entstehen durch Ausfälle

Mit 10,8 Milliarden Euro entfallen die größten geschätzten Schäden auf Produktivitätsverluste und Arbeitsausfälle. Grundlage ist eine im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums erstellte Prognos-Studie: Ein Tag mit mindestens 30 Grad Höchsttemperatur verursacht danach bundesweit direkte betriebswirtschaftliche Kosten von rund 431 Millionen Euro. Greenpeace rechnet mit 25 Hitzetagen. Diese Zahl beruht auf einer Hochrechnung, nicht auf einer abschließenden bundesweiten Auswertung. (Prognos)

Die Analyse erfasst außerdem den statistisch bewerteten Verlust von Lebensjahren mit 6,9 Milliarden Euro, zusätzliche Gesundheitskosten von 1,54 Milliarden Euro, geringeren Lernzuwachs von 3,2 Milliarden Euro, Waldschäden von 5 bis 7,5 Milliarden Euro und Ernteausfälle von 3,4 Milliarden Euro. Hinzu kommen erwartete Schäden durch Niedrigwasser am Rhein sowie an Straßen und Schienen. Diese Werte lassen sich nicht einfach als tatsächlich entstandene Unternehmensverluste addieren. Sie kombinieren entgangene Wirtschaftsleistung, Mehrausgaben und geschätzte Wertverluste. Die Folgen von Niedrigwasser beruhen auf Szenarien, Wald- und Ernteschäden teilweise auf Vergleichswerten aus 2018. Gerade Schäden im Wald zeigen sich oft erst in den Folgejahren.

Hitze ist auch ein Arbeitsschutzthema

Das Robert Koch-Institut schätzt inzwischen rund 15.800 hitzebedingte Sterbefälle bis zur Kalenderwoche 33, also bis zum 16. August 2026. Die Zahl kann sich durch Nachmeldungen und den weiteren Sommerverlauf ändern. Hitze steht auf Totenscheinen meist nicht als unmittelbare Todesursache. Das Institut ermittelt die Folgen daher mit statistischen Verfahren. (RKI)

Auch im Betrieb sinken bei Hitze Konzentration und Leistungsfähigkeit; Unfallrisiko und Fehlzeiten können steigen. Besonders betroffen sind Arbeiten im Freien, körperlich belastende Tätigkeiten sowie Produktions-, Logistik- und Bauprozesse. Überhitzte Arbeitsräume beeinträchtigen aber auch die Arbeit im Büro.

Arbeitgeber müssen Gefährdungen beurteilen und Schutzmaßnahmen festlegen. Ab mehr als 26 Grad in Arbeitsräumen sollen sie geeignete Maßnahmen prüfen und treffen, ab mehr als 30 Grad sind Maßnahmen erforderlich. Übersteigt die Raumtemperatur 35 Grad, eignet sich der Raum ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen grundsätzlich nicht als Arbeitsplatz. Einen allgemeinen Anspruch auf Hitzefrei gibt es nicht. (BAuA)

Abläufe jetzt auf Hitze vorbereiten

Außenliegender Sonnenschutz, nächtliche Lüftung und Kühlung senken die Belastung. Frühere Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen und die Verlagerung körperlich belastender Tätigkeiten helfen ebenfalls. Unternehmen mit temperaturempfindlichen Prozessen oder Wasserwegtransporten sollten außerdem Alternativen für Logistik, Lagerung und Beschaffung vorbereiten.

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